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28.02.2015 12:00 | von Toto

Gestern, am 27. Februar erschien das neue Spiel der populären Dragon Ball Reihe: Dragon Ball Xenoverse! Wie schon einige Interviews verrieten, scheint der neue Teil sich diesmal von den alten Spielen zu unterscheiden. Wir freuen uns, dass wir das ganze einmal selbst unter die Lupe nehmen konnten.

 


 

Das Spiel erschien für die Konsolen PlayStation 3 und PlayStation 4 sowie XBox 360 und XBox One. Ausserdem ist das Spiel via Steam verfügbar.
Wir beschränken uns in unserem Einblick auf die PlayStation 4 Version.
Dragon Ball Kenner werden bei den ersten Tönen bereits das Opening erkennen: Cha-La Head Cha-La und sich heimisch fühlen. Ich bin ein großer Fan von nostalgischen Werten oder Anspielungen auf die Originalserie in einem Spiel. Und Dragon Ball Xenoverse bietet nicht nur durch das Opening sehr viel davon, sondern auch durch Gespräche mit NPCs. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Vor dem Spielstart schaue ich mir immer zuerst die Optionen an. Zugegebenermaßen wird man davon in Xenoverse nicht unbedingt erschlagen – Aber das muss nichts schlechtes sein. Die Kamerasteuerung ist veränderbar: Für mich ein absolutes Muss in einem Spiel!, Helligkeit des Bildschirms und die Steuerrungseinstellungen am Controller können verändert werden. Außerdem kann sich der Spieler für eine englische oder japanische Sprachausgabe entscheiden. Ich habe mich für die japanische entschieden.

Als also die ersten Einstellungen getätigt wurden, begann das Spiel in der Rolle von Son-Goku und in drei Kämpfen galt es, Freezer, Cell und Boo zu besiegen. Diese Kämpfe stellen keinerlei Schwierigkeiten dar, auch wenn es noch keine Tutorials gibt und die Steuerung anfangs etwas ungewohnt erscheint. Vermutlich sollen diese drei Kämpfe einfach den Zeitraum des Spiels abstecken. Schade, dass es immer bei Dragon Ball Z anfängt, wo Dragon Ball an sich doch ebenfalls interessante Stages und Charaktere bietet.

Nach dem kleinen Einstieg folgt erneut die Openingsequenz, diesmal erfährt der Spieler aber von Trunks‘ Wunsch an Shen-Long. Und dieser ist ausschlaggebend für die gesamte Story. Denn anders als in den zuvor erschienen Teilen geht es diesmal nicht darum, die Geschichte einfach nachzuspielen – Nein. Es geht darum, sie zu verändern! Mit dem zeitreisenden Trunks kommt ein wenig Sci-Fi in das klassische Kampfspiel.

Weil der normale Zeitablauf gestört wird, kommt es zu Veränderungen in der Geschichte. Trunks hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Freunde, Familie und die Welt, die er liebt zu beschützen, stößt aber bald an seine Grenzen. Also wünscht er sich von Shen-Long einen Unterstützer, der ihm dabei hilft, das Chaos in Ordnung zu bringen. Hier kommt der Spieler ins Spiel! Nach dem Wunsch kann der Spieler seinen ganz individuellen Charakter gestalten.

Individuelle Charaktererstellung
Zunächst wird entschieden, zu welcher Gattung man gehören möchte: Mensch, Saiyajin, Majin, Namekianer oder einer von Freezers Leuten. Das Geschlecht kann man gleich danach ebenfalls auswählen. Eigentlich finde ich diese Auswahlmöglich sehr gut, weil ich gerne weibliche Charaktere spiele aber etwas stört mich dann doch daran. Männliche Charaktere haben andere Eigenschaften als weibliche, was die Schlagkraft angeht, die maximale Gesundheit (kurz TP) und ähnliches. Vielleicht macht das im Spiel gar nicht zu sehr etwas aus, aber es bedeutet sich entweder nach Vorliebe entscheiden zu müssen, oder nach einem anderen Kriterium.

Der gewünschte Charakter kann nun nach Belieben angepasst werden: Statur, Augen, Frisur, Nase etc pp. können in Farbe und Form ausgewählt werden. Das nimmt sicher bei einigen viel Zeit in Anspruch aber ich persönlich mag diesen Aspekt des Spiels sehr gern. Er schafft eine Verbundenheit zu seinem eigenen Spielcharakter. Natürlich kann der Spieler im Anschluss auch einen eigenen Namen aussuchen. Ich habe mich ganz klassisch für „Toto“ entschieden.

Tokitoki-City
Der ausgewählte Charakter startet sein neues Leben also in Tokitoki-City, der Stadt, der als Treffpunkt für Zeitagenten und zerstreute Fragmente gilt. In der kleinen Stadt, wohl designed von Trunks (die Gebäude entspringen der Capsule Corporation) gibt es alles, was das Herz begehrt: NPCs zum unterhalten, Shops für Ausrüstungen, Gegenstände und Zubehör, Anmeldungsbüros für Sidequests und Wettkämpfe. Ganz interessant ist, dass die NPCs den Spieler auf verschiedene Arten und Weisen ansprechen, ganz entsprechend der Gattung. So kann Nappa einem Saiyajin freundlicher gesinnt sein, als einem Menschen.

 


 

Zeitpatrouillen (Hauptstory)
Die Zeitpatrouillen bringen den Spieler in der Hauptgeschichte von Dragon Ball Xenoverse voran. Weil es durch die Einmischung von zwei unbekannten Gegnern immer wieder zu Veränderungen in der Geschichte kommt, muss der Spieler sich einmischen und Goku und Co. helfen, die Geschichte so stattfinden zu lassen, wie es geplant ist. Das kann durch die aktive Präsenz in gefährlichen Bosskämpfen gegen bspw. Freezer passieren, aber auch schon in kleinen Kämpfen gegen die nervigen Pflanzenmänner, die plötzlich viel stärker sind. Die Zeitpatrouillen sind in einzelne Quests aufgeteilt, die nacheinander erledigt werden können. Es ist aber auch möglich, zwischen den Quests wieder zurück nach Tokitoki-City zu reisen um Objekte zu kaufen, Attribute zu boosten oder Ausrüstung aufzufrischen, gewonnene Fähigkeiten auszurüsten, etc pp. Bereits erledigte Missionen müssen natürlich nicht wiederholt werden, sobald der Spieler sich entscheidet, der Hauptstory weiter zu folgen.

 


 

Parallel-Quests (Sidequests)
Die Parallel-Quests sind quasi Nebenquests, die der Spieler erledigen kann um zu leveln und weitere Fähigkeiten zu erhalten. Diese schalten sich nach dem getätigten Fortschritt immer weiter frei und können beliebig oft gespielt werden. Meistens ist der Spieler nicht allein in den Kämpfen, sondern er kann aus allen bisher erlebten Charakteren Unterstützer auswählen, die mit verschiedenen Fähigkeiten und Attributen daher kommen.
Parallal-Quests entstehen durch die gelösten Fragmente, die immer dann entstehen, wenn der Spieler die Zeit wieder in Ordnung bringt. Deswegen ist es auch ein wichtiger Bestandteil der Zeitpiloten, sich um diese Fragmente zu kümmern. Die Sidequests mögen vielleicht nicht Teil der Hauptgeschichte sein, aber die Gegner sollten definitiv nicht unterschätzt werden. Sie bieten übrigens auch die einzige Möglichkeit, gegen Goku und die Gruppe Z zu kämpfen, wohingegen der Spieler in der Hauptgeschichte sich ausnahmslos den Gegnern unserer Kindheitshelden annimmt.
Parallel-Quests sind sehr hilfreich was den Level des Charakters angeht. Oft ist es unumgänglich, sie abzuschließen um in der Hauptgeschichte weiter zu kommen. Das besondere an den Parallel-Quests: Sie können offline, sowie online gespielt werden.
Während der Spieler in der Offline-Variante NPCs als Unterstützer auswählt (wie bereits erwähnt), schließen sich im Onlinemodus andere Spieler der Mission an und so können die Spieler gemeinsam die Quests erfolgreich abschließen.

 


 

Attribute, Fähigkeiten und Objekte
Im Menü ist es möglich, die Attribute, Fähigkeiten und Kampfobjekte zu verändern. Hier sollte der Spieler auf jeden Fall regelmäßig reinschauen. Die Attribute zu verbessern schont die Nerven und hilft, Gegner zu besiegen. Ganz individuell können die Fähigkeiten des Charakters ausgebaut werden. Erlernte Fähigkeiten (wie Superangriffe und Verteidigungsstrategien) werden ebenfalls ausgerüstet. Es können im Kampf nur eine bestimmte Anzahl an Superangriffen (Kamehame-ha, Galikstrahl usw) angewandt werden – Der Spieler sollte also nach Erlernen eines Angriffs auch immer mal wieder in die Fähigkeitenausrüstung schauen. Und ganz wichtig sind auch die Objekte. Jedes Objekt kann nur ein einziges mal im Kampf verwendet werden. Auch wenn man 10 Heilkapseln in Besitz hat, muss man bis zum nächsten Kampf warten, bis man erneut eine nutzen kann. Für einen Kampf können vier Objekte ausgerüstet werden – Hier sollte also mit Bedacht gewählt werden. Objekte können entweder gekauft werden oder durch Kapseln selbst hergestellt – Dazu genügt ein Besuch im Mischladen.

 




 

Kampfsystem
Das Kampfsystem ist am Anfang ziemlich ungewohnt. Die Steuerung wirkt fast ein bisschen eingerostet und ist in manchen Dingen unnötig kompliziert gehalten, andererseits ist das vielleicht der Versuch, innovativ auf ein Menü im Kampf zu verzichten. So sind die gängigen Angriffstasten Quadrat und Dreieck, Ki-Angriffe werden mit O ausgeführt, durch X erhebt man sich in die Luft. Durch Klick auf den linken Stick kann der Charakter die Höhe verringern und schließlich auf dem Boden landen. Blocken funktioniert durch Betätigen von L1.
Super-Angriffe (wie bspw. das Kamehame-ha, Sonnenattacke, …) können ausgeführt werden, indem der Spieler gleichzeitig R2 und die dazugehörige Tastenkombination drückt, ultimative Angriffe (Genki-Dama, …) werden durch das gleichzeitige Drücken von L2, R2 und der dazugehörigen Taste ausgelöst. Das an sich ist eigentlich schnell in Fleisch und Blut übergangen, mich persönlich bringt das Blockieren mit L1 schnell aus der Fassung, weil es gewohnterweise immerzu die Quadrat-Taste war, mit der geblockt wird. Als großen Kritikpunkt würde ich die Steuerung allerdings nicht verwenden, denn wie bei jedem Spiel ist es die bloße Gewohnheit, die mit laufender Spielzeit kommt und hilft, im Kampf besser zu werden.
Obwohl die Steuerung, wie gesagt, in manchen Situationen beinah eingerostet wirkt (das blocken funktioniert beinah nie direkt beim Drücken der Taste, sondern ein klein wenig verzögert), sind die Kämpfe an sich aktiv und agil. Dadurch, dass sich die Gegner schnell über das gesamte Spielfeld bewegen, muss der Spieler diesen natürlich folgen – Andersherum ist es natürlich genau so: Das macht den Kampf besonders interaktiv.

 


 

Meister und Training
In Tokitoki-City tauchen nach einer Weile bekannte Gesichter der Dragon Ball Z Serie auf. Trunks bat diese, sich um den Spieler zu kümmern und ihn zu trainieren – Der Spieler hat also endlich seine Meister gefunden. Den Anfang macht Kuririn, von dem die Spieler einiges lernen können, genau so übernehmen Piccolo, Vegeta und später sogar Mister Satan diese Aufgabe. Natürlich gibt es noch weitere Meister, aber wir wollen an dieser Stelle ja nicht zu viel verraten. Es ist nicht möglich, gleichzeitig bei mehreren Meistern zu lernen (Nerdtalk: das Schlamassel hatte damals ja schon Tenshinhan), aber man kann sie dafür nach Belieben austauschen, wenn man sich für einen anderen entscheiden möchte.

 


 

Online Modus
Es ist möglich, alle Quests (bis auf die Hauptgeschichte) auch im Online-Modus zu spielen. Darauf sind wir bei den Parallelquests bereits eingegangen. Es gibt aber noch ein weiteres lustiges Feature, auf das ich gerne eingehen möchte:
In Tokitoki City ist es möglich, mit anderen Spielern zu kommunizieren. Entweder geht das über auswählbare Sätze und Sprüche (selbst etwas eingeben geht nicht) oder über das Auswählen von Aktionen. Super lustig sind hierbei die Scherzaktionen wie das Nachahmen der Figuren der Ginyu-Force oder der Fusion. Die Posen, die der Spieler macht sind alle so typisch für das Dragon Ball Universum, dass es mir als Fan richtigen Spaß gemacht hat, alle auszuprobieren. Ein schönes Feature, vielleicht nicht wirklich brauchbar aber sehr amüsant!

 


 

Persönliches Fazit
Dragon Ball Xenoverse überzeugt mich durch den gewohnten Witz und die nostalgische Atmosphäre in die man eintaucht, die eben aber nicht (wie schon so oft) einfach nacherzählt wird. Dass ich einen ganz eigenen Charakter designen konnte, hat mir ebenfalls so super gut gefallen, dass ich mich überhaupt nie entschieden hab, auch mal Goku oder Co. zu steuern. Ein kleiner Mängel besteht sicher dann, wenn Spieler die Originalserie nicht kennen, denn dann werden viele Anspielungen nicht verstanden, die gelösten Storyfragmente vielleicht nicht verstanden. Das Spiel richtet sich also doch schon ziemlich stark an Fans der Serie.
Obwohl die Steuerung für mich persönlich anfangs nur sehr holprig zu bewältigen war, durch ungewohnte Tastenfunktionen (vor allen Dingen beim Blocken!), hab ich nach und nach meinen Spaß daran gefunden – In brenzligen Situationen drücke ich allerdings immer noch Quadrat zum Blocken und wundere mich, dass nichts geschieht. Gewohnheitsspieler werden es also ein wenig schwerer haben. Ich mag Tokitoki-City und die Einsätze, die die Charaktere haben. Sehr gut gefällt mir auch das freie Laufen, auch wenn es sich nur auf eine Stadt beschränkt. Das hat mir nämlich in den vorigen Dragon Ball Spielen sehr gefehlt.
Der Soundtrack läuft lapida im Hintergrund – Gefühlt sind es vielleicht fünf Tracks, ein Meisterwerk ist er sicher nicht, aber er passt zum Spiel und zum jeweiligen Geschehen.
Fans der Serie, die sich gerne daran zurück erinnern würde ich das Spiel definitiv empfehlen. Jemandem, der die Serie nicht gesehen hat, würde ich natürlich dazu raten, das dringend nachzuholen und bis das geschafft ist, kommt sicher schon wieder ein neues Spiel auf den Markt 😉