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14.05.2015 14:00 | von Lamy

 

 

Am 09. und 10. Mai 2015 fand in Ludwigshafen zum zehnten Mal die Hanami statt: Eine Jubiläums-Con also! Es ist also nicht verwunderlich, dass es in diesem Jahr eine Menge auf der Manga und Anime Convention entdecken und erleben gab. Wir von Kotomi waren selbstverständlich auch vor Ort und haben uns umgesehen.

Vor Ort bietet sich einem direkt das Motto der Hanami: „Con meets Festival“. Denn rund um den Vorplatz des Pfalzbaus reihen sich weiße Pavillons dicht an dicht, in denen die Händler ihr Merchandise anbieten. Außerdem stehen auf dem Platz auch eine Außenbühne, ein Zelt für Verpflegung und Sitzgelegenheiten. Das schöne am Vorplatz und besonders lukrativ für Händler ist, dass auch Interessierte ohne Eintrittskarte den Bereich betreten können. Gleichzeitig kann das allerdings störend werden, wenn nachmittags Szenefremde die Location betreten und mit beleidigenden Kommentaren die Besucher der Convention nerven. Denn der Pfalzbau liegt nicht gerade in einem der schönsten Wohngebiete Wiesbadens, das muss leider angemerkt werden.
Die Außenbühne wurde auch in diesem Jahr kaum genutzt. Dort könnte eigentlich noch das ein oder andere für die Besucher angeboten werden. Wir sehen an dieser Stelle großes Verbesserungspotenzial und hoffen, dass die Con einfach mal was ausprobiert.

Begeben wir uns aber nun in das Gebäude – vorbei am Ticketverkauf und den Einlasskontrollen. Die Einteilung bleibt sich wie in den letzten Jahren treu. Im Erdgeschoss kommt der Besucher erst an weiteren Händlern vorbei und entscheidet sich am anderen Ende entweder im Erdgeschoss zu bleiben oder in den ersten Stock zu gehen. Im Erdgeschoss befinden sich der Gamesroom, Bring & Buy, Karaoke sowie die Workshopräume 1 und 2. Auch das Con-Büro für Anliegen der Besucher ist dort zu finden.

Im ersten Stock ist ebenfalls alles beim Alten: Fanwork Stände, Maid-Cafe, Zugang zum Konzertsaal und auch das Catering der Location. Aber auch ein weiterer Workshopraum und Fanstände sind hier zu finden. Ebenso war der Stand vom Animexx e.V. – Veranstalter der Convention – gut positioniert.

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein paar Programmpunkte zu besuchen. Durch die Umgebung der Halle verpasst man wahrlich auch keine schöne Fotoshootings, denn der Pfalzbau liegt inmitten der Stadt ohne Parkanlagen weit und breit.

 

Vapid Superior

Da wir die Showgruppe auf der Animuc 2015 leider verpasst hatten, nutzten wir die Gelegenheit auf der Hanami, um ihr aktuelles Stück anzuschauen. Vapid Superior hat sich diesmal für einen Auftritt zur japanischen Visual-Novel Reihe Uta no Prince-sama ausgedacht. Bei dem Titel handelt es sich um ein Otome Game (Dating Sim Game), das für die Playstation Portable produziert wurde. Zudem wurde der Titel aber auch unter anderem als Anime und Manga adaptiert.

Die Showgruppe benannte ihr Stück dann aber doch ein bisschen anders und das sorgte für das kleine gewisse Extra: „Uta no Gay-sama“. Wie der Name bereits vermuten lässt, wurden einige, bei den Fans beliebte Parings der Protagonisten ins Szene gesetzt – jedoch alles mit einer guten Portion Witz und Charme. Einzelne Tanzszenen lockerten die Geschichte auf und in den kurzen Umbauphasen auf der Bühne wurden auf der Leinwand selbstgedrehte Werbespots der Showgruppe gezeigt. Natürlich alles in den Kostümen des Bühnenstücks. Die Werbespots waren wirklich lustig und die kleinen Pausen deshalb kaum wahrgenommen; wenn überhaupt wünschte man sich mehr davon! Die Story des Auftritts beschreibt die Showgruppe so: „Hey! Habt ihr schon das neueste auf Twitter über ST☆RISH gehört?! – Kaum am Showbizhimmel angekommen, bricht Drama aus. Angeblich wollen sie sich wieder trennen! Dabei hat Shining-Saotome sie doch zu einem Auftritt auf dem Schulfest verpflichtet. Zerbricht nun alles?“

Auch wenn wir den Original-Titel nicht kennen – uns hat das Stück auch ohne Kenntnisse sehr gefallen. Es ist generell immer positiv, wenn der Zuschauer kein Insiderwissen braucht, um ein Auftritt zu verstehen oder zu genießen. Gut gemacht – Wir schauen sicher auch das nächste Stück!

 

 

Ongaku no Kara

Als letzte Showgruppe an diesem Convention-Wochenende zündete Ongaku no Kara ein Feuerwerk an Parodien und Medleys. Los ging es mit zwei Parodien zu Sailor Moon, darunter wurde Falcos Hit „Jeanny“ neu interpretiert – mit passendem Musikvideo. Danach wurde es etwas ruhiger mit dem dramatischen Cover aus Dr. Who „Abigail’s Song“. Es wurde wunderschön vorgetragen! Danach wurde es wieder lustig mit einer Parody über jemanden, der unbedingt YouTube-Star werden will. Auch wenn es überspitzt war – wie aus dem echten Leben gegriffen. Dann ging es Assassin’s Creed an den Kragen. Mit einer Assassin’s Creed Unity Parody und einer umgeschriebenen Version von „Atemlos“ sprachen bzw. sangen Ongaku no Kara einigen Fans wohl aus der Seele. Es wurde so ziemlich jeder kleiner Fehler des Spiels aufs Korn genommen. Der Beifall am Schluss bestätigte dazu die allgemeine Meinung zum Spiel. Als wir dachten, es könne eigentlich nicht besser werden, gab es eine weitere Parody, diesmal über Shingeki no Kyojin. Der Hit von Reinhard Mey – Über den Wolken wurde kurzerhand zu „Hinter den Mauern“. Um sich etwas vom vielen lachen zu entspannen gab es einen japanischen Schlager zu hören, einen sogenannten „Enka“. Aber gleich danach wurde es wieder witzig mit dem altbekannten Dr. Who Medley – zusammengesetzt aus einigen bekannten Melodien – natürlich wieder passend umgetextet. Im Anschluss wurden die Cosplayer aufs Korn genommen. Manche sind bekannter weise auch noch in der letzten Nacht vor einer Convention an ihren Kostümen am nähen – dies wurde mit dem Titel „Nur noch eine Nacht“ besungen. Und wo wir schon beim Thema Conventions sind – in einer Parody zu Binan wurde die unerwiderte Liebe zu einem Cosplayer besungen. Auch hier musste ein bekanntes Lied aus den Charts herhalten. Der Song „Ich lass für Dich das Licht an“ von Revolverheld wurde passend dazu umgedichtet. Zum Abschluss gab es dann noch ein tolles Cover aus dem Anime Chihiros Reise ins Zauberland. Aber eine Zugabe durfte natürlich nicht fehlen. Mit einer Parody zu Death Note und Cover von Taylor Swift „Blank Space“ verabschiedeten sich Ongaku no Kara von der Bühne. Es war mal wieder ein grandioser Auftritt dieser Showgruppe und man kann sie nur empfehlen. Wenn ihr also bei einem eurer Convention-Besuche mitbekommen solltet, das Ongaku no Kara auftritt, dann schaut die euch an. Zu so gut wie jedem Song gibt es auch ein Video zu sehen. Für gute Stimmung ist jedenfalls immer gesorgt. Auf manchen Conventions sind Ongaku no Kara aus noch als Akustikband unterwegs und spielt tolle Cover und Eigenkreationen live auf der Bühne – auch dieses Programm lohnt sich!

 

 

Imitari

Die Gruppe Imitari haben wir auf der Hanami, genau wie Vapid Superior, zum ersten mal gesehen. Gleich zu Beginn entschuldigte sich die Gruppe, dass die Darstellerin der Protagonistin Maka kurzfristig ausgefallen ist und diese von jemand anderem übernommen wurde. Das selbe galt für einen anderen Charakter. Hut ab für den Mut, dennoch aufzutreten! Das Stück bediente sich am Anime Soul Eater und wie in der Anime Serie fehlte es nicht an Witz und Humor. Zwar waren die Action-Szenen hier und da etwas hakelig, aber das wird an der spontanen Umbesetzung liegen und in keinster Weise negativ kritisiert! Getragen haben das Stück allerdings definitiv zwei starke Darsteller (Stein und Blackstar/Dr. Jekyl). Besonders gemeinsam waren die beiden witzig anzusehen. Wir freuen uns schon, dass Stück entweder mit Originalbesetzung zu sehen oder das neue Stück im nächsten Jahr.

 

 

Der Cosplay Wettbewerb

Neben dem Vorentscheid der Deutschen Cosplay Meisterschaft gab es einen normalen Cosplay Wettbewerb. Dieser zählte 10 Startnummern und war nicht eingeteilt in Gruppen- oder Einzelcosplay: Die Mischung machts. Einzig, dass es keine zeitliche Begrenzung der Auftritte gibt wollen wir an dieser Stelle bemängeln. Teilweise macht es mehr Sinn, einen Sketch kurz und knapp zu halten anstatt ihn so lang wie möglich auszuschmücken. Außerdem scheinen Cosplay Wettbewerbe auf manchen Conventions wohl teilweise als Eigenwerbung genutzt zu werden. Das kann bei der Anmeldung natürlich niemand wissen – Wir finden es nur allgemein seltsam. Die Jury bestand aus sechs Cosplayern, mit einbegriffen dem Cosplay Ehrengast der Con: Elyon.

Die Moderation war anfangs witzig. Die beiden Hauptmoderatoren der Con haben auch diesen Programmpunkt geleitet – Allerdings wurde es schnell unpassend sexistisch und unwitzig. Der Moderator im Sanji Cosplay ist jeder Frau nachgestiegen und obwohl das absolut In-Character war, wurde es spätestens ab dem Zeitpunkt kritisch, als er wirklich vulgäre Worte auf der Bühne nutzte oder Stöhngeräusche erklangen. Natürlich lässt man sich manchmal ziehen, gerade wenn man im Flow ist, aber wir bitten um mehr Professionalität auf der Bühne. Ansonsten haben die Moderatoren ihre Sache aber gut gemacht – Auch im Bezug auf die ganze Con.

 

 

Animexx-Workshop „Hinter den Kulissen des Animexx e.V.“

Da uns die Arbeit des Animexx e.V. nicht ganz fremd ist, nahmen wir beim Workshop „Hinter den Kulissen des Animexx e.V.“ teil. Die 1. Vorsitzende des Vereins, Sandra Schepe, leitete den Workshop und präsentierte den anwesenden Teilnehmern einzelne Bereiche und Aufgaben des Vereins. Dazu gab es zum Beispiel Screenshots der internen Bereiche hinter der Webseite zu sehen, im einzelnen Anlegen von Terminen im TV-Planer oder auch eine Übersicht des Helpdesks. Aber auch Fotos wie der Aufbau und das Zusammenpacken vor Conventions und Treffen waren dabei – So, dass es eine willkommene Abwechslung zwischen Online- und Offlineaktivität gab. Außerdem wurde genau erklärt wie der Ablauf der Animexx e.V. Stände auf Conventions ist, inklusive der Standabrechnung. Die einzelnen Aufgaben und Zuständigkeiten des Vorstandes wurden ebenfalls aufgezeigt und weiter erläutert.

Auch wenn bei dem Workshop alle Bereiche vorgestellt wurden, Online- und Offline-Aktivitäten, so kamen die meisten Fragen eher zu den Conventions selbst. Besonders positiv war daher die Anwesenheit einer der Hauptorganisatoren der Hanami. So konnten Fragen von interessierten Teilnehmern direkt beantwortet werden. Das selbe galt für Fragen an die Schatzmeisterin und die Mitgliederbetreuerin, die ebenfalls vor Ort waren.

 

 

Obwohl die Hanami noch einiges mehr zu bieten hatte, haben wir uns besonders für die oben beschriebenen Programmpunkte entschieden: Einerseits weil wir ein paar davon nicht kannten, andererseits aus eigenem Interesse. Wir möchten aber auch die anderen Programmpunkte und Workshops nicht unbenannt lassen:

Das beliebte Maid Cafe „Maido no Kisetsu“ hatte auch in diesem Jahr einen eigenen großen Bereich, der nur allzu gut genutzt wird. Rund 100 Gäste finden im Maid Café Platz und die Maids kümmern sich nicht nur durch Süßes um ihr Wohl, sondern auch durch nette Plaudereien oder kleine Spielchen. Außerdem bietet Maido no Kisetsu den Besuchern ein besonderes Highlight. Jeder bekommt eine eigene Vip-Karte, auf der die Besuche abgestempelt werden. Diejenigen, die zuerst diese Karte voll haben bekommen einen grandiosen Preis: Einen Tag im Europa Park! Da macht das Kaffee trinken doch doppelt so viel Spaß.

Hier eine Liste der angebotenen Workshops:

 

  • Kalligraphie, Bento, Vortrag zu einem Aspekt japanischer Kultur/Gesellschaft, japanisch lernen leicht gemacht
  • Cosplayfotografie, Petticoats und Reifröcke, Dangos nähen, LEDs in Cosplays, Audio Workshop
  • Yaoi Workshop, Meet and Greet mit den Ehrengästen, Synchro-Workshop, Spaß am Schreiben

 

Neben den Workshops und den Programmpunkten konnten Interessierte auch das Angebot des Videoraumes nutzen, in dem den ganzen Tag Anime gezeigt wurden. Darunter aktuelle Serien, wie z.B. die aktuellste Folge aus Japan von One Piece, aber auch sonstige beliebte Serien wie Nisekoi, Sword Art Online und Death Parade

Einen Programmpunkt, den wir bis jetzt noch nicht erwähnten, hätten wir wirklich gern gesehen. Und zwar ist das das Sailor Moon Tribut Konzert. Im Zuge des 20 jährigen Jubiläums wird auch hierzulande an die Sailor Moon Musik gedacht. Auf der Hanami präsentiert das SailorMoonGerman-Team ein Konzert in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern aus der Szene, die die beliebtesten Sailor Moon Songs präsentieren und teilweise neu interpretieren. Da das Konzert erst um 22:15 Uhr begann, waren wir leider schon auf dem Weg nach Hause als es startete. Das bedauern wir sehr. Teilt uns einfach mit, wie ihr es fandet, falls ihr da wart. Wir hoffen, dass wir die Chance auf ein solches Konzert vielleicht noch mal kriegen.

Und wenn wir bei Konzerten sind, bleiben wir bei Konzerten. Auf die Hanami wurden in diesem Jahr drei musikalische Ehrengäste geladen:Loverin Tamburin, die erneut auf der Con war. Außerdem konnten Fans ein Konzert von K-ble Jungle sehen, die sich dem J-Pop und -Rock verschrieben haben. Und neben diesen beiden war auch The Asterplace mit einem Konzert mit dabei – Eine melodic-core und Anime Rockband aus Tokyo, die weltweit performen, allerdings meistens in Nordamerika und der EU. Und wenn ihr euch fragt, woher euch der Name bekannt vorkommt: The Asterplace waren bereits auf einer Convention vertreten.

 

Hier findet ihr auch noch unseren Bericht zum Vorentscheid der Deutschen Cosplay Meisterschaft und zum Gamesroom von S*Vv*A*M*P.