Review: Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 3

Review: Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 3

 

Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 3
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Plattform: Playstation 3 / Xbox 360
Genre: Beat ‘em Up
Publisher: Namco Bandai
Entwickler: CyberConnect 2
Release: 8. März 2013

 

Overview

Endlich geht das gepflegte Prügeln wieder los, zumindest für alle Fans der wahrscheinlich bekanntesten Anime-Serie der Welt, „Naruto“. Mit dem dritten Ableger der „Storm“-Reihe wird nach einem kurzen Zwischenstopp durch „Naruto Storm Generations“ wieder die eigentliche Storyline des Manga bzw. Anime aufgegriffen.

Doch vorher eine kleine Übersicht was der Titel denn alles so bietet: an der Oberfläche wirkt der Inhalt relativ mager, was daran liegt, dass man im Hauptmenü lediglich die Wahl zwischen 3 Spielmodi hat. Erstens das „Ultimative Abenteuer“, bekannt aus vorangegangenen „Storm“ Teilen, dem „Freien Kampf“ so wie dem „Online Kampf“. Vorher kann man noch – die Fans von O-Tönen werden sich freuen – aussuchen ob man lieber die originale japanische Synchronisation oder doch lieber die englische Vertonung haben möchte. Hier kann man bereits sagen, dass beide an sich ihren Job gut erfüllen, die Englische ist aber in manchen Zwischensequenzen leider alles andere als lippensynchron, was die Atmosphäre regelrecht „töten“ kann.

Bevor man hier aber bereits auf Atmosphäre eingeht beschäftigen wir uns doch mal lieber mit dem eigentlichen Kern des Spiels, nämlich dem „Ultimativen Abenteuer“.

 

 

Geschichtsunterricht bzw. dein Ninja-Weg

Zu Beginn der Story wird man zuerst mit einem Flashback bezüglich der Vergangenheit des Dorfes Konoha vertraut gemacht. Dies ist vor allem für die Leute welche noch nicht wirklich mit der Story und dem Inhalt von Naruto vertraut sind besonders gut, da man auch so zumindest einen chronologischen Anfang der Geschichte miterleben kann. Bereits hier wird man mit einem der neuen Features des Titels bekannt gemacht, nämlich der (Achtung, Trommelwirbel) „Ultimativen Entscheidung“. Hierbei handelt es sich, wenn man es ganz simpel ausdrücken will, um die Auswahl des Schwierigkeitsgrades. So werden einem zwei Möglichkeiten bzw. 2 Wege parat gehalten von denen sich der Spieler für eine entscheiden muss. Es gibt den Legenden Weg welcher oftmals den „echten“ Verlauf der Geschichte darstellt, dafür allerdings auch ein wenig bis viel schwerer ist als die andere „Helden“-Variante bei der man eine vereinfachte Version spielt.

Entscheidet man sich nun für einen Weg, so bekommt man im Anschluss an den Kampf Punkte für ein jeweiliges Set an Items. Soll heißen: Wählt man den „Helden“-Weg bekommt man viele Punkte für das Item Set des Helden, wählt man den „Legenden“-Weg bekommt man genauso viele oder mehr Punkte für diesen Weg inklusive noch einen Punkte für das „Helden“-Item Set. Jetzt fragt ihr euch bestimmt was das alles denn eigentlich bringt? Nun, je mehr Punkte ein Set hat, desto schneller steigt das Set in der Stufe auf. Hat ein Set eine gewisse Stufe erreicht, so kann man besser und/oder mehr Items in den Kampf mit hinein nehmen. Was uns wieder zu einer weiteren Neuerung in der Serie bringt, welche den meisten eventuell nicht wirklich auffallen wird. So wurde im Vergleich zum Vorgänger merklich die Wichtigkeit von Items innerhalb oder auch vor dem Kampf geändert. Besonders gegen Ende ist es wirklich hilfreich wenn man doch mal Gesundheitstränke oder Steak-Bentos im Gepäck hat.

Nun aber zurück zu dem eigentlichen Teil des Story-Modus. So wollte CyberConnect2 etwas anderes als noch im ersten Teil unternehmen. Dort wurde sich noch beschwert, dass man die Geschichte vernachlässigt was besonders bei Leuten, welche noch nicht mit dem Anime vertraut sind für Irritationen und lange Gesichter sorgte. Das Entwicklerstudio nahm sich dieser an – und zwar mehr als genug. Um es mal vorweg zu sagen, „Storm 3“ behandelt die Geschichte des Manga nach dem Kampf zwischen Pain (wie bereits oben erwähnt) bis hin zum Ende des vierten Ninja Weltkrieges. Und das ist ein kleines Problem. Denn der Manga steckt momentan noch inmitten genau dieses Krieges, wobei der Anime in Deutschland noch nicht einmal ansatzweise dort ist. Also, bitte nicht als irgendeinen Spoiler oder ähnlichen sehen. Egal.

Auf jeden Fall ist eben genau diese Story das wahrscheinlich für viele größte Problem an dem Spiel. Denn wo man im Vorgänger noch ca. 80% der Spielzeit der Geschichte mit Kämpfen verbrachte, so verbringt man im dritten Teil so um die 40-50% der Spielzeit (Zwischen 10-15 Stunden) des Singleplayers mit Kämpfen. Und zwar bei Dialogen. Langen Dialogen. Ewigen Dialogen. Und hier muss ich mir persönlich eingestehen, dass ich ein, zwei Szenen doch (als Kenner des Manga) schlichtweg übersprungen habe. Die Zwischensequenzen werden zwar besonders mit der japanischen Synchro wahnsinnig toll dargestellt und reißen einen zwar mit, dennoch bringt mir das nichts, wenn zwei Charaktere einfach nur rumstehen und über Textboxen kommunizieren. Man erhält auf einmal ein ganz neues Gefühl für Zeit und freut sich dann im Anschluss wahnsinnig, wenn man doch endlich mal zum Zug kommt. Mit der Faust.

 

 

 

Darf ich vorstellen? – Das ist Bombast und das ist Taktik

Wenn man eines über die vorangegangenen Teile sagen kann, speziell was sie gut gemacht haben, dann dass sie einfach unfassbar gut aussehen und sich wahrlich anschauen lassen. So gibt es kaum ein Beat ‘em Up, geschweige denn einen Lizenztitel bei dem die Kämpfe, speziell die Bosskämpfe, dermaßen bombastisch inszeniert werden. Auch wenn hier wieder das alte Thema „Meh-das-sind-doch-eh-alles-nur-Quick-Time-Events-das-kann-man-in-jedes-Spiel-auch-machen-mimimi“ aufkommt so sage ich, es ist vollkommen egal. Ja, es sind nur QTEs. Ja, man spielt dabei kaum etwas richtig davon. Und trotzdem: Es sieht wahnsinnig toll aus, es ist fantastisch dargestellt und die musikalische Untermalung ist grandios! Einziger Kritikpunkt wäre hier die oben erwähnte englische Synchronisation, sowie auch die deutschen Untertitel, die sind eher.. na ja, lassen wir das mal lieber. Gehen wir lieber einmal auf das Kampfsystem ein. Denn dieses ist im Vergleich zu den Bosskämpfen, welche zwar die wahren Stars des Storymodus sind, nicht so wahnsinnig bombastisch, sondern „nur“ toll anzuschauen und noch am aller Wichtigsten: Taktisch.

Denn im Vergleich mit anderen Beat ‘em Ups à la „Tekken“ oder „Street Fighter“ liegt der Fokus hier nicht darauf dem Gegner mit oberkrassen variablen Kombos den Kopf Richtung Boden zu hämmern (okay, das will man natürlich auch), sondern mit klugen taktischen Verhalten während des Kampfes im Vorteil zu sein und zu siegen. Viele Faktoren müssen parallel zum Kämpfen im Gehirn des Spielers bedacht werden. „Wie teile ich mir mein Chakra ein?“ „Passiv oder doch aktiv?“ „Wann blocke ich und wann verbrauche ich meine doch so wertvollen Tauschjutsus?“ Das alles muss während des kämpfens bedacht werden. Und eben dieser Punkt macht das Kampfsystem wortwörtlich: einfach & genial.

Das Kampfsystem ist nicht wirklich komplex, Anfänger kommen sehr leicht mit den verschiedenen Aktionen zurecht, was allerdings ausschlaggebend ist, ist der bereits erwähnte Tiefgang. Denn wer wirklich, sagen wir mal so, „etwas reißen“ will, besonders im Online-Modus, der sollte sich genau aussuchen ob er lieber mit einem schnellen Charakter, einem langsamen mit mehr Stärke, einen Nahkampftypen oder doch lieber einem Meister der Jutsus spielt. Bei insgesamt 87 spielbaren Charakteren darf es schon mal erlaubt sein, dass sich einer ziemlich genauso wie der andere spielt. Kommen wir lieber mal auf den Singleplayer zurück bevor ich abschweife, denn da gibt es noch einen Punkt der mich persönlich am Meisten gestört hat….

 

 

Wieder eine offene, aber leider Sinnlose Welt

Denn jetzt kommen wir zu dem was wohl am Traurigsten an der ganzen Sache ist. Denn vielen und ewigen Dialogen kann man noch viel Gutes abgewinnen, da sie wirklich schick in Szene gesetzt sind und auch wirklich gut die Geschichte des Anime/Manga erzählen. Allerdings hilft das nicht viel, wenn man einen Storymodus mit einer wirklich schön anzusehenden Kulisse hat, welche allerdings auch wirklich nur das ist – eine Kulisse. Sobald man ein Kapitel der Geschichte beendet kommen wieder weitere Dialoge, im Anschluss darf man dann eine Zwischensequenz beobachten um danach wieder 10 Schritte weiter zu laufen, um dort wiederum einen Dialog und eine Zwischensequenz über sich zu ergehen lassen, bis man dann endlich dazu kommt wieder kämpfen zu dürfen. Und genau diese 10 Schritte sind dermaßen sinnlos und unnötig, dass man gleich die gesamte Welt hätte weglassen können, wenn da nicht noch der Abschnitt nach der Storyline wäre.

Denn bis dahin dient sie nur, wie bereits gesagt, als Kulisse um dem Spieler das Gefühl einer offenen Welt mitzugeben. Wo man im zweiten Teil noch zwischendurch Missionen angenommen hat um sich von den brachialen Bosskämpfen zu erholen, so werden eben jene Missionen nach dem Ende der Geschichte eher zur Nebenaufgabe und enden wie eine Art „Überreste“ des Spiels. Auch wenn die Nebenmissionen an sich mit Charme und Liebe gemacht sind und es an sich Spaß macht durch die Welt zu laufen, so hat man den Aspekt der offenen Welt im zweiten Teil doch um einiges besser hinbekommen.

Wenn wir schon bei dem Thema offene Welt sind, so haben sich die Entwickler bemüht diese auf eine andere Weise in das Spiel einzubringen, nämlich über die neuen „Mob-Kämpfe“. Hierbei handelt es sich um kurze Sequenzen oder einzelne Kämpfe, bei denen man gegen mehrere Gegner gleichzeitig antritt. Dies ist am besten vergleichbar mit der „Dynasty Warriors“ Serie, wo man sich ebenfalls mit einem Charakter durch Massen von Gegnern schnetzelt. Das ist an sich ganz nett und macht auch Spaß, dient allerdings im Endeffekt nur als Abwechslung von den normalen Kämpfen.

 

 

Und sonst noch?

Jetzt kommen wir mal zu dem was noch mehr Spaß macht als die Boss-Kämpfe: Der Versus-Modus. Egal, ob man in einem Turnier spielt, Online oder Offline, am meisten macht es doch Spaß einem guten Freund auf der Couch über ein Videospiel die Wut in den Körper zu treiben. Und auch Online wurden Verbesserungen durchgeführt, man muss jetzt nicht mehr stundenlang suchen, bis man eine passende Sitzung gefunden hat und die Tuniermodi sind perfekt, wenn man als Gruppe mal schauen will wer den der Beste ist, oder auch einfach mal Lust hat ein bisschen mehr Dramatik ins Spiel zu bringen. So kann man auch während die anderen spielen zuschauen und sich bereits Gedanken um seine Taktik machen etc.

Für wen das alles noch zu viel ist, der kann alleine entweder in Team- oder Einzelkämpfen gegen den Computer spielen oder einfach nur in den Trainingsmodus gehen um seine eigenen „Skills“ zu verbessern und sich bereit für den Online-Modus zu machen. Egal wie, mit derartig vielen Charakteren wird das Kämpfen „Storm 3“ wirklich so gut wie nie langweilig.

 

 

Fazit

So. Dann fassen wir doch einfach mal alles hier zusammen: Wir haben einen Storymodus, mit viel zu vielen Dialogen und Zwischensequenzen, welche allerdings atmosphärisch und im Japanischen gut synchronisiert sind. Wir haben brachiale und unfassbar viel Spaß machende Bosskämpfe, ein einsteigerfreundliches, aber dennoch taktisch komplexes Kampfsystem. Eine offene Welt, welche erst nach dem Beenden der Geschichte wirklich offen ist, aber doch irgendwie belanglos wirkt. Und wir haben ein riesiges Raster an Charakteren welche für viel Spaß mit Freunden sorgen.

Wenn man das alles zusammenfasst kommt man auf ein gutes Spiel mit Makeln, welches die Geschichte des Mangas toll wiedergibt und einfach Spaß macht. Auch wenn es sich hier nach sehr viel Meckerei anhört, so ist es doch ein wirklich tolles Spiel, welches ich vor allem allen Naruto-Fans herzlichst ans Herz legen kann, allen anderen kann ich nur empfehlen es anzuspielen und festzustellen, ob es einem zuspricht.

 

Ich gebe dem Spiel eine Wertung von 8 von 10 Punkten

 

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