Review: Tomb Raider

Review: Tomb Raider

 

Warum sieht sie so jung aus? Muss ich sie echt füttern, damit sie nicht stirbt? Hoffentlich wird das kein Angel of Darkness Teil!

All dies und noch viel mehr hat die Gedankenwelt der Tomb Raider Fans gequält und nun, nachdem das lang ersehnte Spiel endlich erschienen ist, gibt es Antworten. Und diese sind durchaus zufriedenstellend!

Das neue Tomb Raider überzeugt durch seine atemberaubende Grafik, durch die finstere Atmosphäre, die die junge Lara zu der mutigen Archäologin werden lässt, die wir alle kennen. Doch beginnen wir am Anfang.

Tomb Raider beschreibt das erste große Abenteuer unserer Heldin. Mit einer Crew macht sie sich auf den Weg nach Yamatai, ein vergessener Ort aus dem alten Japan. Sie möchte der Geschichte um Himiko, der Sonnengöttin auf den Grund gehen. Weil bislang niemand das Volk der Yamatai gefunden hat, schlägt sie vor, neue Gewässer zu erkunden und damit beginnt das dramatische Abenteuer! FSK 18 ist aufgrund der teilweise sehr blutigen Stellen durchaus berechtigt.

Das Schiff kentert, Lara wird von der Crew getrennt und muss sich allein durchschlagen.
Ihre Hauptwaffe ist hierbei ein Bogen, den sie im Wald findet. Mit diesem ist es ihr möglich zu jagen, um nicht zu verhungern. Aber keine Angst: Es gibt zwar Trophäen/Erfolge um die Jagd noch interessanter zu gestalten, aber ihr müsst im Spielverlauf nur einen Hirsch töten. Die Vorstellung einer Tamagotchi-Lara kann getrost über Bord geworfen werden.
Pfeil und Bogen werden aber nicht nur zum Jagen benutzt, sondern auch um z.B. weite Schluchten zu überqueren. Klettern, Springen, Hangeln und Balancieren sind nämlich immer noch Hauptteile des Spiels, was erfahrene Tomb Raider Spieler freuen wird. Die Steuerung ist hierbei sehr angenehm, ungewollte Hüpfer geschehen eigentlich so gut wie nie.

Natürlich muss die junge Archäologin einige Rätsel lösen. Leider sind diese viel leichter zu lösen als in den alten Teilen und so keine besondere Herausforderung. Durch Drücken einer bestimmten Taste wird der Überlebensinstinkt aktiviert und so werden wichtige Dinge zum Interagieren farblich markiert. Aber auch ohne Aktivierung dieses Instinkts sind die Rätsel nicht besonders anspruchsvoll.

Das Hauptaugenmerk liegt in dem neuesten Teil allerdings auch auf der Story. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel und durch Zwischensequenzen verliert der Spieler nie die Spannung und wird zum Weiterspielen angetrieben. Besonders die Quicktime-Events spielen eine große Rolle in der Geschichte, denn durch diese wirkt das Spiel noch schneller und spannender. Zwar gibt es nicht sonderlich viele dieser Events aber zu wenig sind es definitiv nicht.

Obwohl das Spiel an alten Traditionen festgehalten hat, gibt es einige Neuerungen, so auch der Zwang selbstständig zielen zu müssen. Wer die früheren Tomb Raider Spiele gespielt hat, wird sich erinnern einfach nur geschossen zu haben und auch während Rückwärtssaltos niemals das Ziel verfehlt zu haben. Das ist nun vorbei. Egal ob mit Bogen, Gewehr oder Pistole, selbst zielen ist Bestandteil des Spiels.
Shooter-Feeling kommt besonders an den Stellen auf, an denen Lara gegen gefühlt 100 menschliche Gegner gleichzeitig ankämpfen muss, die sich hinter Gegenständen verstecken, Granaten werfen und ebenfalls geschickt zielen. Für mich persönlich ist dies ein großes Manko, denn selbst mit dem einfachen Schwierigkeitsgrad (zur Auswahl stehen bei Beginn einfach-mittel-schwer) kommt an diesen Stellen das Tomb Raider Gefühl viel zu kurz. Schade!

Sehr schön ist allerdings das Suchen und Sammeln von Gegenständen, wie z.B. Geocaches und japanischen Totem. So kann der Spieler kurz eine Auszeit von dem spannenden und tragischen Spiel nehmen und diese Zeit dennoch sinnvoll gestalten. Durch Erledigen dieser Aufgaben erhält Lara zusätzliche Skillpunkte, mit denen sie ihre Waffen und Fähigkeiten aufrüsten kann. Munition gibt es im Spiel ebenfalls zu Genüge, doch sollten die letzte Patrone und der letzte Pfeil verschossen sein, dann besitzt Lara keine Pistole mit unendlich viel Munition, so wie in den alten Teilen. Der Spieler muss also stets einen Blick auf seine Items werfen.

Der Soundtrack ist ebenso düster wie das Spiel selbst und wird geschickt genutzt um die Spieler in seinen Bann zu ziehen.

Das Spiel ist im Gegensatz zu den alten Teilen sehr rasch durchgespielt, aber das ist bei den heutigen Spielen ja Gang und Gebe.
Für alte Tomb Raider Fans ist der neue Teil definitiv keine Enttäuschung, aber auch voll Innovationen. Wie diese gefallen hängt am Ende von jedem Spieler individuell ab.

Für Tomb Raider Neulinge bietet das Spiel sicher all das, was es braucht um Hoffnung auf mehr zu machen.

Um es kurz zu halten: Trotz kleiner Defizite ist das Spiel definitiv ein Pflichtkauf für jeden, der Actionspiele mag, mit spannender Story, mitreißenden Charakteren und Freispielelementen.

 

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