Review: One Piece Pirate Warriors 2

Review: One Piece Pirate Warriors 2

 

 

Vorwort
Ja, man kann mich fast schon als so etwas wie einen Fan des Animes, des Mangas etc. sehen. Und ja, ich habe auch den Vorgänger gespielt, welcher mir ebenfalls gefiel. Nun könnte man meinen, dass so eine Review doch möglichst neutral und objektiv gehalten werden sollte, allerdings kann man das bei so einem Spiel, wie es „One Piece Pirate Warriors 2“ ist, nicht. Dafür hat es zu viele kleine Details und kurze Seitenhiebe bezüglich der Vorlage. Und dennoch behaupte ich das eine Review zu diesem Titel besonders von so einem kleinen „Fanboy“ wie mir besonders objektiv ausfällt, denn: ich kenne die Materie.

 

Eigenständiger Blödsinn
Wer den Vorgänger gespielt hat, so wie ich, der wird sich daran erinnern das sich der erste Teil innerhalb seines Story-Modus‘ sehr nah an die Vorlage gehalten hat. Wer den Manga liest, bzw. den Anime schaut, der weiß ebenfalls das nach dem Ende des ersten Spiels nicht mehr genug Inhalt gewesen wäre um ein weiteres komplettes Spiel in dem Ausmaße wie dieses zu erschaffen ohne in die Vorlage einzugreifen. Und dementsprechend haben die Entwickler eine sehr interessante Entscheidung getroffen: anstatt eine Art Sequel zur eigentlich Story zu machen, wird eine komplett neue Story erschaffen, die zwar mit den Charakteren und einzelnen Details der Vorlage arbeitet, allerdings etwas Völlig anderes kreiert. „Dream Story“ wird das Ganze am Anfang genannt. Und dies ist auch. Eine komplett neue Geschichte, in der Charaktere aus allen Teilen der Handlung auftauchen, eine Geschichte voller Logikfehler gegenüber der Vorlage, die aber dennoch seinen ganz eigenen Charme besitzt.

One Piece Pirate Warriors 2 ist sich seiner Simplizität bewusst geworden und gibt sich nun nicht mehr als ein Abklatsch oder ein spielbarer Anime, sondern wie ein eigenständiger Titel der sich selbst auf die „Dynasty Warriors“ Wurzeln des Entwicklers zurück bezieht und dabei ein gigantisches Battle Royale der One Piece Charaktere veranstaltet. Daraus ergibt sich auch gleich das größte Problem: Menschen, welche die Vorlage kennen werden alles verstehen und auch die offensichtlichen Logikfehler der Story (wie z.B. das Ruffy eine Art Feuerschlag besitzt, die Charaktere sich auf der Grandline hin und her bewegen, wo hingegen sie im Original zu 90% immer nur „voran gegangen“ sind) erkennen und sich über die Allianzen mancher Charaktere freuen, welche mit viel Charme gestaltet sind. Der Rest der Spieler allerdings, wird von der Geschichte wohl nur das nötigste verstehen und dabei kann man ihm auch kaum die Einzelheiten und Beweggründe der Protagonisten erklären. Diese werden nämlich einfach hingenommen, ohne größere Erklärung. Allerdings sollten sich nicht-Kenner nicht direkt abschrecken lassen, denn: da Steckt auch noch ein echtes Spiel mit Spaßpotenzial drinnen.

 

 

Kloppen, Kloppen, Ausweichen & Kloppen
So könnte der eigentlich Titel des Spieles lauten, wenn es keine Lizenz hätte. Denn exakt aus diesen Sachen besteht es nämlich. Mehr braucht ein Spiel auch nicht, haben sich wahrscheinlich die Entwickler bei Omega Force gedacht. So schlägt, schnetzelt, brennt, leuchtet usw. man sich durch die gegnerischen Horden, besiedelt Territorien, nimmt Basen ein und verprügelt zum Schluss noch einen extrabösen Fiesling, welcher allerdings nur ein normaler Charakter ist. Also bitte keine extravaganten ausgefallenen Bosskämpfe erwarten, die gibt es nämlich nicht. Genauso wenig wie die Quick-Time-Events aus dem ersten Teil. Gibt es auch nicht mehr. Und trotzdem bietet das Spiel mehr Vielfalt als der Vorgänger. Wieso? Ganz einfach, durch den Fakt das Omega Force seine eigene Story geschaffen hat, besaßen sie auch freie Hand bei Missionsgestaltung, Charaktervielfalt, etc. So gibt es diesmal insgesamt 37 spielbare Charaktere, inklusive Enel & Moria welche man ja im ersten Teil vermisst hat und ein Paar weiteren zusätzlichen Ankömmlingen. Man hat es sich aber nicht nehmen lassen auch ein Paar Veränderungen am Gameplay vorzunehmen. So heißt der „Team-Strike“ jetzt beispielsweise „Crew-Strike“ und kann erst durch ein anderes essenzielles Gameplayelement aktiviert werden, nämlich den „Style-Modus“. Dieser ähnelt wie in anderen Spielen einem „Erwachen“ oder auch „Ultimate“ Modus bei dem sich so gut wie alle Attribute des Spielers verbessern, wie z.B. Stärke, Schnelligkeit, Verteidigung etc. Des weiteren werden die Gegner extrem verlangsamt, was es nun noch spaßiger macht sie zu Kleinholz zu verarbeiten. Und da wären wir auch schon beim Knackpunkt des Spiel, nämlich dem kloppen. Mir persönlich macht es Spaß, sich durch tausende Gegner wie ein Besen zu fegen und einfach alles zu Grunde metzeln was sich bewegt, wobei auch klar sein sollte: Das Spiel ist monoton, es gibt zwar genug Abwechslung durch die verschiedenen Arten von Missionen (Eskortieren, Beschützen, Areale Einnehmen, bestimmte Gegner exekutieren etc.) dennoch bleibt es simples, sich immer wiederholendes drauf Einschlagen. Und wenn einem das ganz einfach nicht zusagt, dann braucht man das Spiel eigentlich auch nicht anzufassen.

 

Und sonst noch?
Und für all diejenigen, welche sich von jenem simplen „Gekloppe“ nicht abschrecken lassen oder denen es sogar gefällt, wird es einige erfreuliche Spielinhalte geben. So werden sie mit ein Paar zusätzlichen Challenges belohnt, die weiter motivieren. So gibt es pro Episode noch eine weitere, seltene „Geheimmünze“, welche zum boosten von Attributen benötigt werden, wenn man bestimmte Herausforderungen in einer Episode abschließt. Generell hat man sich der Entwickler jede Kritik anscheinend zu Herzen genommen und einen sehr großen Aspekt des stumpfen „Farmens“ aus dem Spiel genommen und durch diese Münzen ersetzt . Für alle die dann noch nicht genug haben gibt es noch die „Freund-Episoden“ welche nach und nach freigeschaltet werden, einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad, ein geheimes Ende und einen (zugegeben, sehr mageren) Herausforderungsmodus. Das ganze wird dann noch gekrönt von der Möglichkeit zu zweit im Splitscreen zocken zu können und schließlich auch noch einem ganz netten Onlinemodus.

 

 

Fazit
Abschließend lässt sich sagen das Omega Force mit „One Piece: Pirate Warriors 2“ einen schönen Prügler erschaffen hat, der sich seiner Schwächen bewusst ist und dafür aber seine Stärken um Längen ausbaut. Es läuft technisch flüssig und hat dazu noch einen schön antreibenden rockigen Soundtrack. Es weist kaum richtige Mängel auf. Lediglich der Aspekt der Monotonie kann bemängelt werden, aber wenn einem das Gameplay Spaß macht gehe ich davon aus das man noch sehr viel Freude mit Ruffy und den ganzen anderen Strohhutpiraten haben wird.

 

 

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