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10.05.2014 09:00 | von Nero

 

 

Bioshock Infinite
USK: Freigegeben ab 18 Jahren
Plattformen: Playstation 3, Xbox 360, PC/Steam/Mac OS X
Publisher: 2K Games
Entwicklerstudio: Irrational Games
Erscheinungsjahr: 2013

 

Allgemeines

Anlässlich des vor kurzem erschienenen vierten DLCs möchten wir euch gern das Hauptgame vorstellen; Bioshock Infinite. Bioshock Infinite ist der dritte Teil der Bioshock-Reihe, welche unter der Leitung von Ken Levine im zwischenzeitlich geschlossenen Studio Irrational Games produziert wurde. Schon innerhalb des ersten Verkaufsmonats wurde klar, das Bioshock Infinite der erfolgreichste Teil der Bioshock-Reihe werden würde. Kaum vier Monate nach Release wurde das mit über 4 Millionen verkauften Exemplaren bestätigt.

Eine Woche nach Ankündigung im Jahre 2010 wurde das Game erstmalig an der Gamescom 2010 ausgestellt und erhielt direkt die ersten Preise, IGN’s ‚Game of the Show‘ und ‚Best Xbox 360 Game‘. Diverse weitere Nominierungen und Gewinne folgten, in den letzten Trailern vor dem Release werben Entwickler und Publisher mit über 85 Preisen.

Neben dem Game und dessen Aspekte selbst wurde vor Allem die Originalsynchronisation sehr gelobt. Troy Baker, welcher bereits durch seine Rollen als Jake in CAPCOM’s Resident Evil 6, Snow in Square Enix’s Final Fantasy XIII/XIII-2 und Joel in Sony’s The Last of Us bekannt sein sollte, übernahm Motion Capturing und Synchronisation des Protagonisten Booker DeWitt, Courtnee Draper, welche zum damaligen Zeitpunkt noch nicht allzu bekannt war, war Schauspielerin und Voice Actress für Elizabeth.

Während Bioshock Infinite fast ausschließlich gut ankam und Top-Bewertungen erhielt, verursachte es jedoch auch Diskussionen. Die Thematisierung von Rassismus und extremen religiösen Ideologien und die Gewaltdarstellung verursachten so manch eine Kritik. Designer und Creative Director Ken Levine verglich sein Spiel mit einem Rohrschach-Text – wie auch die vorherigen Teile überließe Bioshock Infinite viel Freiraum zur freien Interpretation und Wertung der Geschehnisse, jedoch sei es natürlich provokant und sein Ziel sei es gewesen, die Story so aufzubauen, das keine Sicht der Charaktere so ganz geglaubt wird.

Bioshock Infinite erhielt zum Release folgende Editionen;

  • Standart Edition mit Artwork-Wendecover und Handbuch
  • Premium Edition mit Artwork-Wendecover, Handbuch, Artbook, digitalem Soundtrack, Handyman Figur, Murder of Crow Schlüsselanhänger, Reklameplakat aus dem Game und den Gameplay-Inhalten Bull Rush, Betrayer und Extra! Extra!
  • Ultimate Songbird Edition mit Artwork-Wendecover, Handbuch, Artbook, digitalem Soundtrack, Handyman Figur, Murder of Crow Schlüsselanhänger, Reklameplakat aus dem Game, den Gameplay-Inhalten Bull Rush, Betrayer und Extra! Extra! und einer Songbird Statue

 

 

Story

Bioshock Infinite lässt uns die schwebende Stadt Columbia im Jahr 1912 erkunden. Protagonist Booker DeWitt erhält die Aufgabe, ein Mädchen zu einem bestimmten Ort zu bringen, die letzte Chance um seine Schulden auszugleichen („Bring us the girl and wipe away the debt“). Nach einer holprigen Reise von einem Leuchtturm aus zu der Stadt beginnt Booker’s Suche nach dem Mädchen. Zuvor wurde er von zwei recht merkwürdigen Personen mit einem Foto des Mädchens und einer Waffe ausgestattet. Schon während der Ankunft wird klar, dass der religiöse Glaube an den Propheten Zachary Hale Comstock die Ansichten der Bevölkerung prägt.

Während ein freudig scheinendes Fest den Protagonisten begrüßt, erfährt man durch Plakate, Zeitungsartikel und Passanten, das abseits von Festivitäten eine nicht ganz so freundliche Stimmung herrscht. Das Volk ist in zwei Parteien gespalten;
Die Gründer unter der Führung von Comstock, welche das Ideal einer gläubigen Gesellschaft mit Privilegien ausschließlich für weiße Amerikaner versucht durchzusetzen,
und die Vox Populi (Latein für ‚Die Stimme des Volkes’) unter der Leitung der farbigen Daisy Fitzroy, welche gegen die Ansichten der Gründer rebellieren und Rechte und Arbeit für Menschen unabhängig ihrer Herkunft ermöglichen wollen.

 

 

Booker’s Weg führt ihn an Szenarien vorbei, welche ihm deutlich machen, wie groß der Hass der Parteien aufeinander ist. Dabei wird er als ‚False Shepherd‘ gekennzeichnet und zieht den Hass der Gründer auf sich, da sie in ihm die Bedrohung sehen, welche der Prophet Comstock prophezeite.

Unterwegs trifft Booker immer wieder auf die Wissenschaftler-Zwillinge Rosalind und Robert Lutece, welche ihn mit nützlichen Informationen und Fähigkeiten ausstatten.
So schafft er es in den Turm zu gelangen, in welchem sich das Mädchen, Elizabeth, befindet.

Elizabeth wurde seit sie denken kann dort festgehalten, trotz dem Besitz der Fähigkeiten, Portale, sogenannte ‚Tears‘, zu öffnen und mit entfernten Orten zu interagieren. Booker schafft es sie zu befreien, jedoch beginnt damit die Flucht vor Comstock und dem Songbird, welche versuchen, sie zurück zu holen. Dabei geraten die Beiden direkt in die Mitte der Kämpfe.

Nimmt man sich die Zeit für einen genaueren Blick auf die Geschichte, so kann man viele Parallelen zu realen historischen Ereignissen finden. Columbia dient dabei als eine Art Personifikation der Vereinigten Staaten von Amerika. Dies wird vor Allem durch den Zweispalt und Krieg zwischen den freiheitsuchenden Farbigen und kapitalistischen und sozialistischen Gründern deutlich.

Ebenfalls beschäftigt sich Bioshock Infinite mit Themen der Physik wie die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik, im Spiel entdeckt von der Wissenschaftlerin Rosalind Lutece.

Die Charaktere zeichnen sich dabei durch eine deutliche Wandlungsfähigkeit aus. Sie entwickeln sich mit der Geschichte und zeigen keinerlei Eintönigkeit oder Klischeehaftigkeit.

Es gibt nur sehr wenige Cutscenes, die für die Geschichte relevant sind. Hauptsächlich werden sämtliche Informationen durch Konversationen der Charaktere, Interaktionen mit der Umgebung und dem Auffinden von Gegenstanden wie Voxophone und Kinetkoskope vermittelt.

 

Gameplay

– Umgebung und Gegner

Die Umgebung in Bioshock Infinite ist ziemlich abwechslungsreich gestaltet. Obwohl fast alles in Columbia stattfindet, bringen verschiedene Handlungsorte wie die Stadt selbst, eine Küste, diverse Gebäude, Gärten und auch ein Friedhof viel Abwechslung in die Handlung. Die Farbgebung ist dabei angemessen angewendet, die heitere Atmosphäre des Festivals erstrahlt in intensiven, warmen Farben, während der Friedhof sich dunkel hält und ein etwas unangenehmes Gefühl vermittelt. Unterstrichen wird dies durch den atmosphärisch passenden Soundtrack, dessen Highlight wohl der Song „Will The Circle Be Unbroken“, eine Coverversion des Country-Klassikers, von Courtnee Draper (Gesang) und Troy Baker (Gitarre) ist.

Die Levels sind zumeist detailliert erstellt worden. Stellenweise sind die Texturen nicht ganz so qualitativ hochwertig, doch handelt es sich dabei eher um weniger bedeutende Aspekte, so dass das durchaus zu verkraften ist und das Spielerlebnis nicht stört. Die interaktiven Gegenstände und Gebiete sind liebevoll erstellt, konstant relevante Gegenstände wie die Voxophone unterscheiden sich ihn ihrem Aussehen nicht und lassen den Spieler diese sofort erkennen.

Mit welchen Gegenständen man interagieren kann, wird dem Spieler gezeigt. Eine ‚freie Interaktion‘ mit allem was gerade rumsteht ist nicht möglich. Rennt man an dem Mülleimer vorbei, fällt er nicht um. Wägen aus dem Weg schieben geht ebenfalls nicht, stattdessen untersucht man ihn auf Gegenstände, die man vielleicht nutzen könnte und bekommt daraufhin eine eingeblendete Information über die Nutzungsmöglichkeiten und Effekte.

 

 

In Sachen Gegnern gibt es mehr als genug Variation. Von ‚rechtsschaffenden‘ Behörden wie der Polizei und deren diverse Variationen bis hin zu abstrakteren Erscheinungen wie einem Geist begegnen Booker Antagonisten verschiedenster Arten mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Schwächen. Endbosse im bekannten Sinne gibt es nur wenige, allerdings bedeutet dies nicht, dass am Ende eines Levels keine Herausforderung besteht. Diese wird durchaus durch Gruppen schwerer zu besiegender Gegner, wie dem Handyman, der Sirene oder aber auch einem Turret, einer Maschinengewehrautomatik, geboten. Gegen Ende des Spiels erhält der Spieler auch Verbündete, welche sich allerdings gegen einen wenden, wenn man diese angreift.

 

– Steuerung und Gadgets

Der Spieler erlebt Bioshock Infinite in der Ego-Perspektive, was auch gut so ist, denn nur besonders dadurch wird das Gefühl für die Welt vermittelt. Dies zeichnet sich durch verschiedene Aspekte wie z.B. die Veränderung der Lautstärke der Umgebung je nach Blickrichtung aus, was zugegebener Maßen heute auch schon ein weit verbreitetes Mittel in Spielen ist.

Die Steuerung an sich, insbesondere das sogenannte ‘Aiming’, läuft locker von der Hand, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, Booker etwas ‘nachzuziehen’. Genaueres Zielen, und das werden vor allem die Kenner der Bioshock-Serie sicher auch bestätigen, ist hier eher nicht so wichtig. Vielmehr ist die Bewegung in den geläufigen Arealen von Relevanz um am Leben zu bleiben, ebenso wie es wichtig ist, sich vorteilhaft zu positionieren.
Sonst schwebt man in Columbia auch gleich auf einer der Wolken weiter.

Allerlei Gadgets stehen natürlich zur Verfügung.
Neben der Nahkampf-Option kann Booker sich auch mit Waffen und Kräften verteidigen. Für Waffen benötigt er Munition, für die übernatürlichen Kräfte Salz.
Eine interessante Art zur Fortbewegung stellt der Skyhook dar, mit welchem Booker sich an Kabel oder Seile hängen und an diesen entlang rutschen kann.

 

 

Die Waffen sind im klassischen Sinn gehalten, mit der Pistole sind die Schüsse langsamer und nicht ganz so intensiv, die stärkere und schnellere automatische Maschinenpistole verpulvert dafür die Munition innerhalb weniger Sekunden.
Die Kräfte erlauben da schon etwas Besonderes. Insgesamt acht Kräfte kann der Spieler während des Spiels erhalten. Alle haben eine individuelle Funktion und keine gleicht der Anderen. Der Shock Jokey ermöglicht es z.B. Blitze auf den Gegner abzufeuern und ihn somit zu paralysieren, während der Bockende Bronko die Feinde in die Luft schleudert und somit zum perfekten Ziel macht.

Während Elizabeth einem Munition, Gegenstände zum Auffüllen der Gesundheit und Salz zukommen lässt, ist es aber auch immer von Vorteil, ein paar Münzen dabei zu haben, um sich an den häufig anzutreffenden Maschinen mit Proviant einzudecken.
Stellenweise sind auch Maschinen zu finden, bei welchen man Upgrades für die Kräfte erwerben kann, jedoch sind diese in den meisten Fällen ziemlich teuer.

 

Fazit

Bioshock Infinite bietet eine sehr detaillierte und komplexe, stellenweise auch etwas verwirrende Story mit einmaliger Thematik und wundervoll facettenreichen Charakteren. Die Beziehung von Booker und Elizabeth entwickelt sich in interessante Richtungen und wird stark von den Antagonisten beeinflusst. Trotz Andeutungen ist das Ende recht überraschend.

Die Grafik ist angemessen und die Levels abwechslungsreich. Die detaillierten Kämpfe und Verwundungen der zahlreichen Gegner machen die angesprochene Kritik auch nachvollziehbar. Langeweile kommt bei all den verschiedenen Gegnerarten definitiv nicht auf.

Der Schwierigkeitsgrad ist Frage des Geschmacks, so kann man mit dem bekannten Konami Code im Hauptmenü den „1999-Mode“ freischalten, welcher für diejenigen, welche doch gerne eine Herausforderung hätten, sehr interessant sein dürfte.

Generell bleibt Bioshock Infinite aber für geübte Ego Shooter-Spieler ein eher leichtes Spiel, für Anfänger sind die unteren Modi gut geeignet.
Obgleich es ein Shooter ist, liegt der Fokus bewusst auf der fabelhafte Geschichte sowie die gut geschriebenen Charaktere und die wechselhafte Welt Columbia.
Trotz tollem Gameplay ist es weniger ein Genre-übliche Action-orientiertet, doch bietet die intensive und spannende Geschichte alles was das Herz begehrt und die fast schon originelle Art diese zu vermitteln lässt keine Wünsche übrig.

Daher verdient das Abenteuer Bioshock Infinite auch 10/10 Punkten.

 

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Dieses Review wurde von Nero und Terraskeyblade erstellt