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30.09.2015 19:00 | von Toto

 

connichi2015-header

 

Ein Wochenende in Kassel mit 26.000 Besuchern ist mittlerweile schon seit einer Woche vergangen – Das Connichi Wochenende! Uns kommt es noch gar nicht so vor, als sei die größte Anime und Manga Convention schon wieder so lange vorbei, denn die sozialen Netzwerke sind noch voller Kommentare und Erinnerungsfotos. Neben der Tatsache, dass die Connichi die größte Convention in der Szene ist, ist sie für die meisten Conbesucher auch die Abschlussconvention (die Buchmesse in Frankfurt mit dem Finale der Deutschen Cosplay Meisterschaft rechnen wir hier nicht mit ein).

Veranstaltet wird die Connichi vom Animexx e.V., dem größten deutschsprachigen Verein der sich mit der Anime-, Manga- und Popkultur-Szene aus Japan auseinandersetzt. Die Hotels in Kassel werden meist schon ein ganzes Jahr vor der Convention gebucht und sobald der Ticketvorverkauf der Connichi beginnt, sitzen etliche Besucher bereits vor dem Rechner und ergattern sich eines der Wochenendtickets.

Die Connichi hat auch einiges zu bieten – Neben etlichen Workshops und Panels gibt es Videoräume, zwei Bühnensäle (einen großen Festsaal und einen kleineren weiteren), Zeichen- und Ausstellerstände, etc pp.!
In diesem allgemeinen Bericht möchten wir auf die Programmpunkte und die Location der Connichi weiter eingehen.

Bereits berichtet haben wir über


 

Am Anfang der Connichi steht immer die Eröffnungsveranstaltung. Während dieser Show im großen Festsaal werden die Ehrengäste vorgestellt, sowie die Highlights des prall gefüllten Programms. Und obwohl es spannend ist, die Ehrengäste das erste mal zu sehen und zu hören, was sich die Connichi in diesem Jahr hat einfallen lassen, ist die Eröffnungsveranstaltung an sich eine ziemlich träge Sache. Für Stimmung gesorgt hat allerdings einer der Ehrengäste ganz besonders: Torsten Münchow! Er lies sich von den Fans feiern und feierte die Fans, er machte Spaß mit den anderen Ehrengästen und zeigte so viel Nähe und Interesse an den Besuchern wie selten jemand! Torsten Münchow – Wer ist das? Die meisten von euch werden seine Stimme kennen, denn er ist ein bekannter deutscher Synchronsprecher und hier in Deutschland so zum Beispiel für die Rolle von Alucard aus Hellsing verantwortlich!

Die Ehrengäste der Connichi im Überblick

Wie in den vergangenen Jahren hatte die Connichi auch in diesem Jahr wieder ein Thema, welches die Veranstaltung begleitete: Der wilde Westen! Okay, gemerkt hat man davon kaum etwas, aber auf den wunderschönen Postern und dem qualitativ hochwertigen Programmheft war es durchaus erkennbar.


 

Bereits freitags gab es für alle Liebhaber der Cosplayshows einen gelungenen Auftakt: Den Connichi Cosplay Wettbewerb! Moderiert wurde dieser von Kumo, die die Zuschauer wie die Teilnehmer charmant durch das Programm führte und ihnen Mut machte.
Der Cosplaywettbewerb trumpft mit seinen außergewöhnlichen Hauptpreisen. So war der Hauptgewinn eine von Pfaff gesponserte Nähmaschine im Wert von ca. 900 Euro, die nicht nur durch Touch bedient werden kann und zahlreiche Programme bietet, sondern den Näher sogar warnt, wenn sich der Unterfaden dem Ende nähert – Und was das für eine große Hilfe ist, das wissen sicherlich alle Cosplayer, ob Anfänger oder Fortgeschrittene!
Dementsprechend hoch war die Qualität der einzelnen Auftritte und dafür gestalteten Kostüme – Es ist lange her, dass wir einen so spannenden Wettbewerb gesehen hatten, der nicht Teil eines größeren Contests war!

 


 


 

Ganz neu in diesem Jahr waren gleich zwei Programmpunkte. Zum einen wurde zum ersten mal ein Poetry Slam durchgeführt, den wir uns wahnsinnig gern angesehen hätten. Leider war der kleine Saal bereits proppenvoll als wir ihn erreichten und wir konnten dem Programmpunkt nicht beiwohnen. Er war allerdings so erfolgreich, dass er auf jeden Fall im nächsten Jahr erneut angeboten wird. Hoffentlich schaffen wir es also 2016!

Das Matsuri Festival wurde eine knappe Woche vor der Connichi bekannt gegeben. Ein Matsuri ist ein Volksfest in Japan mit Essbuden, Spielen und oft traditioneller Kleidung. Auf der Connichi wurde der Innenhof als Veranstaltungsort genutzt und neben zwei/drei Spielen gab es auch ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Die Vorfreude auf das Event war in den sozialen Netzwerken vielleicht etwas zu hoch, aber für den ersten Versuch eines solchen Programmpunktes war es schon nett gemacht. Wir sind gespannt auf nächstes Jahr und hoffen, dass das Matsuri Festival auf der Connichi etwas früher angekündigt wird und dass vor allen Dingen das Wetter mitspielt! Es gibt sogar schon konkrete Pläne, die es jetzt nur noch gilt umzusetzen (oder umsetzen zu können). So plant die Connichi Änderungen in der Größe der Veranstaltungsfläche und der Anzahl der Essenstände. Ideen und Anregungen nimmt die Connichi sehr gerne per mail (matsuri@connichi.de) entgegen! Wir sind sehr gespannt auf nächstes Jahr und packen vielleicht sogar Kimonos ein.


 

Die Showgruppen, die auf der Connichi auftreten erfreuen sich in jedem Jahr großer Beliebtheit und weil wir in diesem Jahr bereits so viele Auftritte schon gesehen haben (und in den Eventberichten auch über diese berichteten), freuten wir uns besonders auf den Auftritt von Para Para Connection, die sich für die Umsetzung die digitale Welt aussuchten: Die Welt der Digimon! Der Originalsoundtrack der ersten Staffel, die Charaktere der ersten Staffel und auch Themen aus dem Original wurden aufgegriffen und in Tänzen, tragischen Momenten und lustigen Comedyelementen wärmten den Fans der Serie sicherlich das Herz. Und das ist nicht nur durch die Zuschauerreaktionen erkennbar, sondern auch durch die Interaktion mit der Showgruppe, als am Ende alle gemeinsam “Leb deinen Traum” von Digimon sangen. Ein schönes Feeling!

Die Gruppe Ikimashou hatte auf der Connichi noch mal die Möglichkeit ihr Stück rund um das zauberhafte Magi: The Labyrinth of Magic vorzuführen (wir berichteten bereits darüber in unserem AnimagiC Bericht) und von den Socken gehauen haben uns Momantai. Mit Tänzen, Gesang und einstudierten Sketchen führte diese Gruppe die Besucher durch das letzte Filmjahrzehnt, legte dabei den Fokus viel weniger auf Anime als auf bekannte und vor allen Dingen populäre Filme! Solltet ihr je die Chance haben, einem Auftritt von Momantai beizuwohnen, dann geht hin!


 

In jedem Jahr ein Highlight stellt der AMV Contest auf der Connichi am Samstagabend dar! Um diesem beiwohnen zu können, sollte man definitiv schon mindestens eine Stunde früher den Saal betreten und den Programmpunkt vor dem Wettbewerb einfach mitnehmen – In diesem Jahr war es Shinji Schneider mit seinem Programm Show must go on.
Eine Stunde später ging es aber endlich los – Der Programmpunkt, weswegen sich der Saal komplett füllte!

Der AMV Contest startet mit dem freiem Wettbewerb, in dem die Videos der fünf ausgewählten Gewinner gezeigt wurden!

1. Platz: Mämmi Kunniaan – Hot Dog Condom Style
2. Platz: Kiriforce – Rien ne va plus
3. Platz: Eazy – Into The Suicide Attempt
4. Platz: JadeCharm – Caprisonne
5. Platz: Cenit – The Real Material Girl

Worauf die meisten allerdings warteten war der exklusive Wettbewerb, bei dem die Zuschauer mittels Twitter selbst bewerten konnten und eine Jury unter ihnen saß, die ebenfalls live die gezeigten Werkte bewertete. Die Videos des exklusiven Wettbewerbs werden extra für die Connichi gestaltet und im Vorfeld nirgends präsentiert – Das macht die Sache spannend!

Die Moderation übernahmen in diesem Jahr zwei Jungs, bekannt durch das deutsche AMV Netzwerk animemusikvideos.de
Eingesendet wurden insgesamt 22 Videos, aus denen 13 Finalisten auserkoren wurden, die auf der Con gezeigt wurden. Und jedes der Videos bekam den Applaus, den es verdiente!

Gewinner des exklusiven Connichi AMV Wettbewerb:

Platz 1: Amazing Tash – Detective Conan Sherlock Holmes Style

 

Platz 2 (& Publikumsliebling): Pic4 & Eazy – Melancholic Melodies

Platz 3: Lapskaus – Human Fragezeichen


 

Auch in diesem Jahr befand sich der große Gamesroom im Kolonadensaal. In Zusammenarbeit mit S*Vv*A*M*P, Nintendo und Bandai Namco wurde ein umfangreiches Programm geboten. Für die Besucher standen an allen drei Conventiontagen eine Vielzahl an Games und Stationen bereit. Zudem gab es einige Turniere zu bestreiten. Unter anderem konnten sich die Teilnehmer in Super Smash Bros., Mario Kart 8, Pokémon, Splatoon oder auch J-Stars Victory VS+ messen. Für die Gewinner winkten viele tolle Preise, gesponsert von Bandai Namco und Nintendo.

 

 
 


 

Im Mittelfoyer und somit kaum zu übersehen, wenn die Beuscher über den Haupteingang in das Gebäude tritt, fand man den großen Stand von Nintendo. Wie gewohnt konnten die Besucher sich an diesem über die neuesten Spiele informieren und auch anspielen. Unter anderem war Super Mario Maker ein großes Thema, ebenso wie der Animal Crossing: Happy Home Designer. Aber auch Jump & Run Chibi Robo! Zip Lash, Star Fox Zero und viele weitere Titel fanden ihren Platz. Über das komplette Line-up hatten wir hier bereits berichtet. In einer Glasvitrine konnten sich die Besucher die Animal Crossing amiibo Karten anschauen, die im Oktober erscheinen werden. Ausserdem gab es auch einige amiibo Figuren, den großen Woll-Yoshi und seine kleineren Varianten zu sehen.

 

 
 


 

Bereits wie im letzten Jahr gab es wieder ein dezenter Stand von Square Enix, an dem die Besucher in die Welt von Eorzea eintauchen konnten. An insgesamt acht Spielstationen konnte das MMORPG Final Fantasy XIV ausgiebig getestet werden. Es wurden zudem kostenlose Poster und Artworks zum Spiel verteilt. Leider war der Stand von Square Enix in diesem Jahr im Mittelfoyer etwas versteckt. Im letztes Jahr befand sich der Stand im Gamesroom und war leichter zu entdecken. Dennoch spielten an allen Tagen unzählige interessierte Besucher an den Bildschirmen.

 

 
 


 

Sofern es sich einrichten lässt, besuchen wir auf den Conventions auch regelmäßig Workshops, die interessant scheinen. Da die Sozialen Netzwerke (auch Social Media) in den nächsten Jahren definitiv nicht an Bedeutung verlieren, sondern auch jetzt noch gewinnen werden ist das Thema “Präsentation in den sozialen Netzen im Internet” ein spannendes Feld.
Ebenfalls sehr interessant ist die verschiedene Angehensweise der Workshopleiter an das Thema. Während der Workshop auf der Animuc auf die Gefahren, Rechte und Pflichte der Nutzer der Sozialen Netwerke aufmerksam machte und versuchte auf gewisse Dinge zu sensibilisieren, lag der Hauptfokus des Workshops auf der Connichi auf der Selbstvermarktung.

Die Workshopleitern ist selbst langjährige Cosplayerin und tat das, was wir bei vielen Workshops sonst vermissen: Sie ging auf die Besucher ein und band sie auch in ihren Vortrag mit ein. Denn das soll einen Workshop ja von einem Panel unterscheiden: Das aktive Mitgestalten und nicht nur das pure Vortragen!
Anfangs folgten zu jeder Social Media Plattform Erklärungen zu Statistiken, über die Nutzung und über Vor- und Nachteile. Dabei fokussierte sich das Thema immer auf “Präsentation der eigenen Cosplays und des Cosplayers an sich”.
Die genannten Netzwerke waren facebook, Twitter, Instagram, tumblr, DeviantArt, Youtube und Worldcosplay – Jedes auf seine eigene Art und Weise ganz anders und somit vielleicht für jeden Cosplayer-Typen etwas dabei.

Eines haben die genannten Netzwerke allerdings gemeinsam: Sich selbst als Cosplayer zu etablieren braucht neben Kreativität, Offenheit und Durchhaltevermögen auch ganz besonders: viel Zeit! So wurde unter Umständen bei einigen Besuchern ein hoher Erwartungsdruck generiert, denn innerhalb einer Woche zwei oder drei Posts zu Cosplay und allem was dazugehört zu schreiben kann für den ein oder anderen schon zu einem wahren Problem werden. Dazu kommt die Interaktion mit den Menschen, die einem schreiben – Kommentare sollen beantwortet werden, Kontakte gepflegt – Es wirkte schon fast wie ein professioneller Job, sich selbst zu vermarkten.
Natürlich wurde im Workshop stets betont, dass die Nutzung der Netzwerke auch darauf ankommt, wie bekannt ein Cosplayer sein möchte. Wenn jemandem vielleicht nur die 500 Likes auf facebook reichen, dann braucht er sicherlich nur einmal im Monat etwas zu posten – Für mehr Aufmerksamkeit muss aber auch eben mehr getan werden.

Der Artikel liest sich vielleicht etwas kritisch – Das mag an meiner persönlichen Ansicht auf ein paar Dinge liegen – Lenken wir die Aufmerksamkeit wieder auf den Workshop und die Präsentation muss ich sagen: Hut ab!
Die Präsentation war so gestaltet, dass jeder Besucher auf einen Blick die wichtigsten Informationen für sich filtern konnte, Fragen wurden immer gleich geklärt und auch auf kleine Ausflüge zu anderen Themen lies sich die Leiterin ein. Der Workshop wirkte zu keiner Zeit aufgesetzt oder müßig.
Das einzige, das etwas schade ist (das gilt für alle Workshops): Die Workshops, die gleich nach der Eröffnung der Halle beginnen haben kaum Besucher. Das liegt daran, dass die Besucher sich erst mal umsehen, erst mal miteinander unterhalten oder vielleicht gar nicht pünktlich zur Con kommen. Vielleicht wäre es eine Idee, Workshops erst eine Stunde nach Eröffnung anzubieten.

Auflistung der genannten Netzwerke


 

Ganz allgemein gesprochen war die Connichi 2015 erneut eines der Conhighlights in diesem Jahr. Einige Dinge wiederholen sich in jedem Jahr, wie beispielsweise die lange Schlange vor dem Bring&Buy, bei dem man sicherlich über eine Stunde anstehen musste um kurz stöbern zu können. Die Zeichner und Aussteller befinden sich an den gewohnten Stellen, für regelmäßige Conbesucher bietet das Struktur, die dabei hilft, sich zurecht zu finden aber eines sticht eben doch hervor: Die Connichi ist die größte Convention der Anime- und Mangaszene in Deutschland. Allerdings hat sie keinen Platz mehr zu wachsen und bereits jetzt wirkt der zur Verfügung stehende Platz vollständig genutzt. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt, denn momentan sind steigende Besucherzahlen auf den Cons der Trend. Wir raten also jedem, der die Connichi gern besuchen möchte, sich frühzeitig um ein Ticket zu kümmern sowie um ein Hotel, wenn denn benötigt.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Connichi im nächsten Jahr und verabschieden sie noch mit ein Bildern, die wir vor Ort geschossen haben.

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